E-Scooter Berlin: Anbieter, Preise, Parkzonen und was du wissen musst
E-Scooter in Berlin mietest du bei Lime, Bolt, Voi oder Dott, in Spandau und Reinickendorf auch bei Zeus: App laden, ab 18 und ohne Führerschein registrieren, QR-Code scannen. Dott verlangt 0,75 € fürs Entsperren und 0,29 € pro Minute, zehn Minuten kosten also rund 3,65 € (veröffentlichter Tarif vom 12. Oktober 2026); die anderen zeigen den Preis in der App. Du fährst auf dem Radweg, nie auf dem Gehweg oder durch Parks, und rund um die Sehenswürdigkeiten in Mitte beendest du die Fahrt nur an markierten Flächen wie den Jelbi-Punkten.
Welche E-Scooter-Anbieter gibt es in Berlin?
Fünf Unternehmen vermieten in Berlin E-Scooter, alle mit einer Genehmigung des Senats bis zum 31. März 2027:
- Lime, Bolt und Voi: in der ganzen Stadt, auch über die BVG-App Jelbi buchbar.
- Dott: in der ganzen Stadt. Tier und Dott haben fusioniert; wer früher Tier fuhr, nutzt seit Oktober 2024 die Dott-App.
- Zeus: nur in Spandau und Reinickendorf.
Im S-Bahn-Ring dürfen höchstens 19 000 Leih-Scooter stehen, gleichmässig verteilt auf die vier Anbieter der Innenstadt; ausserhalb gibt es keine Obergrenze. Bird fährt in Berlin nicht mehr.
Am Ende jeder Fahrt fotografierst du den abgestellten Scooter: Einen solchen Nachweis verlangt die Berliner Genehmigung. Alles Schritt für Schritt erklärt der Ratgeber E-Scooter mieten.
ScootRadar zeigt in Berlin nur Dott, weil es nur von Dott offene Standortdaten bekommt: Am 12. Oktober 2026 standen rund 4900 Dott-Scooter auf der Karte rund um Berlin. Lime, Bolt, Voi und Zeus findest du in ihren eigenen Apps.
Was kostet ein E-Scooter in Berlin?
Du zahlst fürs Entsperren und pro Minute. Einen Berliner Tarif fanden wir nur bei Dott, in seinem offenen Datenfeed; Bolt nennt einen Ab-Preis für Deutschland.
| Anbieter | Entsperren | Pro Minute | 10 Minuten | 20 Minuten |
|---|---|---|---|---|
| Dott (Datenfeed, 12. Oktober 2026) | 0,75 € | 0,29 € | rund 3,65 € | rund 6,55 € |
| Bolt (bolt.eu, für Deutschland) | kleine Gebühr | ab 0,15 €, je nach Standort | in der App | in der App |
| Lime, Voi, Zeus | in der App | in der App | in der App | in der App |
Den Endpreis zeigt die App, bevor du entsperrst. Für Vielfahrer gibt es Pässe: Bolt bietet in Deutschland unbegrenzte Freischaltungen ab 0,99 € im Monat, Voi Abos und Minutenpakete.
Wo darf man mit dem E-Scooter in Berlin fahren?
Du fährst auf dem Radweg, Radfahrstreifen oder Schutzstreifen, und nur wo es keinen gibt, auf der Fahrbahn. Auf dem Gehweg ist Fahren verboten (15 €, ab 1. März 2027 25 €), ebenso in Fussgängerzonen, ausser ein Schild erlaubt es.
Parks sind tabu. In Berlins öffentlichen Grünanlagen ist Fahren und Parken mit Kraftfahrzeugen verboten, und ein E-Scooter zählt als Kraftfahrzeug. Du erkennst sie am Tulpenschild am Eingang, einem dreieckigen Schild mit grünem Rand und einer Tulpe. Das kann ein Verwarnungsgeld bis 55 € kosten: So viel zahlte laut Berliner Zeitung (März 2024) Jan Böhmermann, als er mit dem E-Scooter durch den Tiergarten fuhr. Auf dem Tempelhofer Feld sind Kraftfahrzeuge nach Angaben von Grün Berlin ebenfalls verboten.
Automatisch abgebremst wirst du nirgends: Laut Senat ist es in Deutschland derzeit nicht zulässig, fahrende Scooter zu drosseln. Auf Kopfsteinpflaster fährst du also selbst langsamer, und Tramschienen überquerst du möglichst quer.
Die Regeln für ganz Deutschland, kurz:
- Ab 14 ohne Führerschein, keine Helmpflicht. Nur eine Person pro Scooter: 2025 zählte die Berliner Polizei 1087 Fahrten mit zwei oder mehr Personen, mehr als Rotlichtverstösse (1012).
- Rote Ampel: 60 € und 1 Punkt. Handy in der Hand: heute 100 € und 1 Punkt.
- Alkohol: Grenzen wie im Auto. Ab 0,5 Promille 500 €, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot, auch fürs Auto; ab 1,1 Promille eine Straftat, und der Führerschein ist in der Regel weg. Unter 21 oder in der Probezeit gilt 0,0 Promille.
- Versicherung: Jeder E-Scooter braucht eine Versicherungsplakette; den Leih-Scooter versichert der Anbieter.
Alles Weitere, auch was sich am 1. März 2027 ändert, steht in den E-Scooter-Regeln für Deutschland.
E-Scooter in Berlin parken: Jelbi-Punkte, Verbotszonen, Gehweg
Für alle Anbieter gelten dieselben Auflagen. Gibt es eine markierte Abstellfläche, gehört der Scooter dorthin: an einen Jelbi-Punkt oder eine Jelbi-Station der BVG oder auf eine Fläche des Bezirks. Rund um jede liegt eine Parkverbotszone von mindestens 100 m, in der die App das Beenden der Fahrt sperrt. Im April 2026 war innerhalb des S-Bahn-Rings fast ein Drittel der Fläche Verbotszone: 28 von 88 km².
In der Lime-App etwa sind Abstellflächen mit einem blauen P oder einem gelben J von Jelbi markiert, rote Zonen bedeuten Parkverbot. Ohne Fläche in der Nähe darfst du auf dem Gehweg parken, wenn 2,30 m für Fussgänger frei bleiben. Tabu sind diese Stellen, und vor und nach jeder bleiben mindestens 1,5 m frei:
- an Bus- und Tramhaltestellen: 25 m vor und nach dem Haltestellenschild, so die Genehmigungen seit April 2025 (manche Seiten nennen noch die alten 15 m);
- vor Hauseingängen und den Eingängen von U- und S-Bahnhöfen;
- an Fussgängerüberwegen, Einfahrten und Feuerwehrzufahrten und näher als 10 m an Kreuzungen;
- auf Radwegen, Blindenleitstreifen und in Fussgängerzonen;
- in Grünanlagen, auf Friedhöfen und Baumscheiben;
- auf Brücken, die Fussgänger nutzen, ausser an markierten Flächen.
Tipp: Du darfst den Scooter auch auf einem Parkplatz für Autos am Fahrbahnrand abstellen, und zwar kostenlos: Eine Änderung der Berliner Parkgebührenordnung von 2022 befreit E-Scooter von Parkgebühren, damit sie vom Gehweg verschwinden. Das geht überall, wo die App das Beenden zulässt. Bei Veranstaltungen und an Baustellen kannst du zeitweise keine Fahrt beenden; die Anbieter müssen dich in der App darauf hinweisen.
In einer roten Zone lässt dich die App die Fahrt nicht beenden, und die Minuten laufen weiter. Schau deshalb schon vor dem Ziel in der App nach, wo die nächste Abstellfläche liegt.
Brandenburger Tor, Alexanderplatz & Co.: nur an markierten Flächen parken
Seit dem 11. März 2024 ist ein 3,5 km² grosses Gebiet in Mitte Parkverbotszone für Leihfahrzeuge, etwa so gross wie das Tempelhofer Feld. Abstellen kannst du dort nur an markierten Flächen, ungefähr alle 200 m, etwa am Alexanderplatz, Unter den Linden und am Brandenburger Tor; zum Start waren es rund 70 Jelbi-Punkte und 30 ausgeschilderte Flächen. Eine weitere grosse Verbotszone reicht vom Hauptbahnhof bis zum Potsdamer Platz.
| Ort | Parken |
|---|---|
| Brandenburger Tor, Pariser Platz, Reichstag, Holocaust-Mahnmal | Nur an markierter Fläche |
| Unter den Linden, Gendarmenmarkt, Museumsinsel, Alexanderplatz | Nur an markierter Fläche |
| Hauptbahnhof, Potsdamer Platz, Checkpoint Charlie, Grosser Stern | Nur an markierter Fläche |
| East Side Gallery, Warschauer Strasse, Kottbusser Tor, Spandauer Altstadt | Nur an markierter Fläche |
| Tempelhofer Feld, Mauerpark, Volkspark Friedrichshain, Treptower Park | Gar nicht |
| Kurfürstendamm an der Joachimsthaler Strasse | Gar nicht |
Jeder Anbieter setzt die Zonen selbst um, und sie ändern sich oft: Massgeblich ist die Karte in deiner App. Wo gerade Dott-Scooter stehen, zeigt die Live-Karte von Berlin.
Was kostet Falschparken mit dem E-Scooter in Berlin?
Falsch abgestellte Scooter sind vor allem ein Problem in Mitte: Von 35 026 Anzeigen wegen falsch geparkter E-Scooter im Jahr 2025 entfielen 31 577 auf diesen Bezirk.
| Verstoss | Folge |
|---|---|
| Behindernd oder gefährdend abgestellt | 20 bis 30 € Bussgeld (Regelsatz) |
| Ab 1. März 2027: unzulässig auf Geh- oder Radweg geparkt | 55 €, mit Behinderung 70 € |
| In einer Grünanlage geparkt oder gefahren | Verwarnungsgeld 5 bis 55 €, Bussgeld bis 5000 € |
| Gegen die Regeln des Anbieters verstossen | Gebühr des Anbieters (Betrag nicht veröffentlicht), bis zur Kontosperre |
| Scooter steht im Weg | Polizei oder Ordnungsamt setzen ihn um, seit 24. Juli 2025 auf Kosten des Anbieters |
Lime verwarnt zuerst, dann folgen Strafgebühr und notfalls Sperre. Dott sperrt Konten bei Wiederholung dauerhaft, und seine Foto-Prüfung verweigert das Beenden der Fahrt, wenn der Scooter schlecht steht.
Steht dir ein Scooter im Weg, meldest du ihn bei Jelbi, auf scooter-melder.de oder über die Hotline auf dem Scooter. Tagsüber muss der Anbieter ihn innerhalb von vier Stunden wegräumen.
BVG, Jelbi und Flughafen BER: E-Scooter und Nahverkehr
Seit dem 1. Mai 2024 verbietet die BVG E-Tretroller in U-Bahn, Tram, Bus und U-Bahnhöfen, auch zusammengeklappt. Mit dem Leih-Scooter heisst das: Fahrt vor dem Bahnhof beenden und am Ziel einen neuen mieten.
Jelbi ist die Mobilitäts-App der BVG: Darin kaufst du VBB-Tickets und buchst E-Scooter von Lime, Bolt und Voi, mit einem eigenen Jelbi-Konto. Dott kannst du in Jelbi nicht buchen, seine Scooter stehen aber an den Jelbi-Stationen. Am Hauptbahnhof liegt der Jelbi-Punkt S+U Hauptbahnhof/Heidestrasse.
Flughafen BER: Das Gebiet von Dott endet weit nördlich des Flughafens, und die Anreiseseite des BER nennt kein E-Scooter-Sharing. Nimm den Flughafen-Express FEX oder die S-Bahn in die Stadt und steig dort auf den Scooter um.
Lieber Fahrrad fahren? Fahrräder verleihen in Berlin nextbike und DB Call a Bike, dazu Lime, Bolt und Voi.
E-Scooter-Verbot in Berlin? Was nach März 2027 geplant ist
Die Genehmigungen aller fünf Anbieter enden am 31. März 2027. Was danach gilt, ist offen (Stand Oktober 2026): Neue Regeln oder eine Ausschreibung hat der Senat nicht veröffentlicht. Ein Bündnis aus rund 40 Organisationen forderte im Juni 2026 feste Stationen ab April 2027.
Beschlossen ist dagegen der langfristige Plan: Mit der Sharing-Strategie 2035 vom 6. Mai 2026 will der Senat Gebiet für Gebiet auf rund 3000 feste Mobilitätsstandorte umstellen; Mieten und Abstellen ginge dann nur noch dort. Ein Verbot ist das nicht, auch wenn Schlagzeilen im März 2026 so klangen. Ganz verbieten kann das Land Berlin E-Scooter laut Senat gar nicht.
Schon gewusst? E-Scooter-Fakten aus Berlin
- Rund 850 E-Scooter im Jahr werden nach Schätzung des Senats aus Berliner Gewässern gefischt. Die Genehmigung verpflichtet die Anbieter dazu.
- Jeder Leih-Scooter muss die Nummer der Beschwerde-Hotline auch in Blindenschrift am Lenker tragen.
- Eine Fahrt ist im Schnitt kurz: 1,6 km und 6,5 Minuten im ersten Quartal 2026.
Häufige Fragen
- Wo darf man in Berlin E-Scooter abstellen?
- Gibt es eine markierte Fläche wie einen Jelbi-Punkt, dann dort: Im Umkreis von mindestens 100 m darum gilt Parkverbot. Sonst darfst du auf dem Gehweg parken, wenn 2,30 m für Fussgänger frei bleiben, oder kostenlos auf einem Parkplatz am Fahrbahnrand, aber nie an Haltestellen, auf Radwegen, auf Brücken oder in Parks.
- Werden E-Scooter in Berlin verboten?
- Ein Verbot ist nicht beschlossen, und ganz verbieten kann das Land Berlin E-Scooter laut Senat nicht. Die Genehmigungen laufen bis zum 31. März 2027; was danach kommt, ist noch nicht entschieden (Stand Oktober 2026). Bis 2035 sollen Leih-Scooter in weiten Teilen der Stadt nur noch an festen Stationen stehen.
- Darf ich einen E-Scooter in U-Bahn, Tram oder Bus mitnehmen?
- Nein, die BVG verbietet E-Tretroller seit dem 1. Mai 2024, auch zusammengeklappt. Einen eigenen, zusammengeklappten Scooter darfst du in S-Bahn und Regionalzug mitnehmen; Leih-Scooter bleiben auf der Strasse.
- Ab wie viel Jahren kann man in Berlin E-Scooter mieten?
- Ab 18, das verlangen alle fünf Anbieter in ihren Bedingungen. Fahren darfst du laut Gesetz schon ab 14, mit 14 bis 17 aber nur einen eigenen Scooter.
- Bin ich auf einem Leih-Scooter versichert?
- Ja, für Schäden, die du anderen zufügst: Der Anbieter versichert jeden Scooter, das zeigt die Plakette hinten. Lime und Bolt legen eine Unfallversicherung für die Fahrt dazu; wo Dott eine anbietet, deckt sie Kopfverletzungen ohne Helm nicht.
- Kann ich mit dem E-Scooter zum Flughafen BER fahren?
- Rechne nicht damit: Der BER liegt ausserhalb des Gebiets von Dott, und die Anreiseseite des Flughafens nennt kein E-Scooter-Sharing. Nimm den FEX oder die S-Bahn.